Zeitstrahl-Übersicht

1939
Inbetriebnahme als „Heeres-Reit- und Fahrschule und Kavallerieschule“
1945 – 1991
Nutzung der Anlage durch die in der DDR stationierten Truppen der Roten Armee
1989
Erste Truppenteile verlassen die Kaserne
1991
Gesamtaufgabe der Kaserne
1994/2008
Bestand wird unter Denkmalschutz gestellt
Juni 2013
Beschluss der Entwicklungssatzung durch die Landeshauptstadt Potsdam
2015, 2018
Erste städtebauliche Wettbewerbe zur Weiterentwicklung des Kasernenareals
Ende 2019
Beginn von Bauarbeiten an Gebäuden

Leben im historischen Erbe 
– Die ehemalige Kasernenanlage Krampnitz erfindet sich neu. 

Krampnitz hatte schon mehrere Identitäten: Das Militär- und Kasernengelände wurde in der Wehrmachtszeit und später durch die Sowjetarmee genutzt. Danach lag das Gelände jahrelang brach. In den kommenden 10 bis 20 Jahren wird hier ein neues Stadtviertel entstehen, das den denkmalgeschützten Bestand und die vorhandenen Strukturen in die Stadtentwicklung mit einbezieht – und so die wertvollen Geschichtsspuren nicht verschwinden lässt.

Blick auf den Eingangsbereich mit Turm

Ein kurzer Blick zurück 

Die Kaserne wurde als „Heeres-Reit- und Fahrschule und Kavallerieschule“ nach Plänen des Dipl.-Ing. Architekten Robert Kisch ab 1935 errichtet und 1939 in Betrieb genommen. Etappenweise erfolgte ab 1937 der Umzug der im Reitsport sehr erfolgreichen Kavallerieschule Hannover nach Krampnitz. Die Tradition des Pferdesports sollte hier fortgesetzt werden und Wehrmachtsoffiziere ihre Reitausbildung erhalten. Nach Kriegsende zog die Sowjetarmee in die Kaserne und baute sie weiter aus. Von 1945 bis 1991 wuchs Krampnitz zur Größe einer mittleren Kleinstadt mit eigener Infrastruktur heran. Seit dem Abzug der sowjetischen Armee 1991 liegt das Gelände brach. Aufgrund seiner kulturhistorischen Bedeutung wurden 1994 und 2008 wesentliche Teile der Kaserne unter Denkmalschutz gestellt. 
 
Im Juni 2013 beschloss die Landeshauptstadt Potsdam, Krampnitz eine neue Identität zu verleihen und die verlassene Kasernenanlage zu einem modernen Quartier zu entwickeln.

Gutachterverfahren für das Entree (2015): Ein neues Gesicht für den ehemaligen Kaserneneingang

Im Wettbewerb zur Wiederbelebung und Neugestaltung des ehemaligen, teils denkmalgeschützten Kaserneneingangs mit dem 48 Meter in die Höhe ragenden viereckigen Turm setzte sich das Konzept von Thomas Müller Ivan Reimann Gesellschaft von Architekten mbH durch. Darin vorgesehen sind unter anderem eine veränderte Straßenführung der B2, um eine direkte Verbindung zum Ufer des Krampnitzsees zu schaffen. Rings um den Quartiersplatz am Entree mit zentraler Umsteigemöglichkeit für Tram und Bus sind Einkaufsmöglichkeiten und gastronomische Angebote vorgesehen. Eine neue Seeterrasse mit weiterem Gastronomie- und Wassersportangebot sorgt für maritimes Flair.

Leben im historischen Erbe

Mit Krampnitz wächst ein zukunftsweisendes urbanes Quartier heran, das die vorhandenen Strukturen sinnvoll umnutzt und ein Leben im historischen Erbe möglich macht. 

Masterplan für die Entwicklung eines neuen Stadtquartiers in Krampnitz
Masterplan für die Entwicklung eines neuen Stadtquartiers

Städtebaulicher Realisierungswettbewerb „Wohnen in Potsdam Krampnitz“ (2018) : Masterplanung für Krampnitz

Als Ergebnis des Realisierungswettbewerbs „Wohnen in Potsdam Krampnitz“ wurde Mitte 2018 das Berliner Stadtplanungsbüro Machleidt GmbH – gemeinsam mit den Büros SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, SHP Ingenieure, Winkelmüller Architekten und p.a. performative architektur – mit der Konkretisierung des städtebaulichen Entwurfs für den neuen Stadtteil im Potsdamer Norden beauftragt. Während der Masterplanung wurden die Weichen gestellt, dass die ehemalige Kasernenanlage sich zu einem urbanen Quartier mit hoher Lebensqualität im Einklang mit der Natur entwickeln kann. Auch hinsichtlich Mobilität, Nachhaltigkeit und Energieversorgung soll Krampnitz zukunftsweisenden Charakter besitzen.

Gebäude und ihre Geschichte erhalten 

Die 82 historischen und denkmalgeschützten Gebäude und zahlreichen Reliefs auf dem ehemaligen Kasernengelände werden in die Planungen miteinbezogen. In vielen dieser Gebäude spiegelt sich eindrucksvoll die Geschichte von Krampnitz wieder. Sie sollen als Zeitzeugen erhalten bleiben und auch für zukünftige Generationen die bewegte Vergangenheit der Kaserne sichtbar dokumentieren. Die erhaltenswerten Bestandsgebäude werden in die Weiterentwicklung von Krampnitz zum neuen Quartier mit eigener Identität eingebunden und neue Bauformen den vorhandenen Kasernenstrukturen entsprechend entwickelt. Zu den denkmalgeschützten Gebäuden gehören:

  • die Klinkerbauten mit den ehemaligen Mannschaftsunterkünften und Wirtschaftsgebäuden, 

  • architektonisch prägnante Objekte wie das ehemalige Stabsgebäude mit seiner roten Backsteinfassade und großzügigen Terrasse und das Offizierskasino,

  • das Torgebäude, ehemals Verwaltungsbau und Mannschaftsunterkunft, mit seiner flachbogigen Durchfahrt zum weitläufigen Innenhof sowie 

  • die Doppel- und Mehrfamilienhäuser im Bergviertel.

Ehrenpreiszimmer im Offizierskasino
Ein denkmalgeschütztes Gebäude in den sogenannten Klinkerhöfen

Historisches Quartierszentrum

Prägend für Krampnitz sind zahlreiche denkmalgeschützte Kasernenbauten mit ihren markanten Klinkerfassaden im Zentrum der Anlage, die zu Wohnzwecken umgebaut werden sollen. Die ehemaligen Mannschaftsunterkünfte und dreigeschossigen Wirtschaftsgebäude aus rotem Backstein, die sogenannten Klinkerhöfe, sollen das Rückgrat des neuen Quartiers bilden. 

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